Kurzinterview mit Frau Kujtime Uka

ausgebildete Liela-Kursleiterin von Wil

Kürzlich fand die Abschlussfeier der Wiler "Quartierschule" mit der Zertifikatsübergabe durch Frau Stadtpräsidentin Susanne Hartmann statt. Elf Lerndende und fünf Kursleitende feierten im Beisein von Gästen den Abschluss des erfolgreichen vierwöchigen "Pilotprojektes". Dies auch dank der aktiven Unterstützung des Islamischen Zentrums, der Freikirche GvC und dem Hilfswerk MEOS.

Interview:

Frau Uka, Sie haben die Ausbildung zum LieLa-Kursleiterin gemacht und aktiv Deutsch für fremdsprachige Menschen in unserer Stadt unterrichtet. Was waren Ihre Beweggründe für dieses doch sehr grosse Engagement?

Mein Mann und ich waren vor 6 Jahren selber nach Wil zugewandert. Uns hätte einen kostenlosen vierwöchigen Intensivkurs in der Deutscher Sprache wie es die Quartierschule anbietet sehr geholfen. Denn für mich beginnt Integration mit REDEN. Mit einem Grundwortschatz hat man mehr Mut auf die Nachbarn, Lehrer und andere Menschen zuzugehen. In der Quartierschule möchte ich Menschen, die neu in unserer Stadt leben und Deutsch lernen wollen helfen, damit sie eine bessere Startmöglichkeit haben als ich damals.

Die Quartierschule dauerte vier Wochen lang jeden Tag drei Stunden am Morgen. War das nicht sehr viel für Sie und auch für die Lernenden?

Doch, es ist ja auch einen Intensivkurs indem man sich einen Grundwortschatz aneignet und sich vor allem im Reden trainiert. Denn die Quartierschule mit der Methode "neues Lernen" ermöglicht einen ausgeprägt kommunikationsorientierten Sprachunterricht. Durch das sehr durchdachte Ausbildungskonzept, insbesondere die vielfältigen spielerischen Elemente, sind die Lernende sehr aktiv eingebunden und die Stunden vergehen wie im Flug. Ich selber durfte eine zweiwöchige Trainingszeit erleben und war die folgenden zwei Wochen an drei Vormittagen eingeteilt. Im Unterricht sind wir im Minimum zwei Kursleitende. Zugegeben: Es war für mich herausfordernd, denn es ist zu bedenken, dass Deutsch für mich auch nicht die Muttersprache ist. Glücklicherweise konnte ich mich zeitlich auch so organisieren, dass ich für die Quartierschule einen Monat Zeit hatte. Meine Familie und mein Umfeld unterstützten mich dabei.

Was ziehen Sie für eine Bilanz?

Die Quartierschule ist super um sich eine Basis in der deutschen Sprache anzueignen. Nebst der Sprache wächst auch das Selbstvertrauen und es entstehen schöne Beziehungen zu den Lernenden und den Teammitgliedern. Das ist für mich wichtig und sehr schön. Ich bin sehr motiviert in einem nächsten Kurs wieder mitzuhelfen.

(Die Fragen stellte Stefan Wunderli)